Chronik in gekürzter Form

Herzlich willkommen

auf den  Archivseiten des Hoofe !!!

Im Jahre 2017 besteht der Karnevalsclub „Ne Hoofe volle Lööre“ rot-weiss von 1975 42 Jahre.

Obwohl im Club noch zahlreiche Gründungsmitglieder aktiv sind, gerät doch vieles in Vergessenheit. Unsere jüngeren Mitglieder und wohl noch mehr Außen-stehende sind mit so manchen Entwicklungen, Beweggründen und Annekdötchen nicht mehr vertraut.

Um so wichtiger ist es, frühzeitig mit einer Sammlung der Geschehnisse im Clubleben zu beginnen.

Mit einer kleinen Auswahl wollen wir in diesem Archiv allen Interessierten die „Historie“ unseres Karnevalsclubs näher bringen.

 

Chronik des Clubs in Dekadenschritten

Die Anfangsjahre

Die Sippe „Schwalbe“ der Pfadfinder von Sieglar ging schon viele Jahre im Rosenmontagszug als Gruppe mit. Da sich mehrere dieser Sippe dem rheinischen Brauchtum und dem Karneval verbundener fühlte als der Pfadfinderbewegung, entschied man sich vor 40 Jahren mit neun Personen einen Karnevalsclub mit dem Stammquartier beim „Pompe Jupp“ zu gründen. Ob das „volle“ des Namens auf die zahlreichen Abende dort zurück geführt werden kann, ist nicht mehr überliefert. Der Hoofe jedenfalls ist seit der Gründung dem Ortsring Sieglar angeschlossen und wurde bereits 1977 gebeten das Dreigestirn des Ortes zu stellen. Bereits im Folgejahr stellten wieder Mitglieder des Vereins die Karnevalsregenten, die nominell jedoch dem Turnverein angehörten.

Der Hoofe wuchs schnell mit seinen Aufgaben. Und bereits zum 5. Geburtstag organisierte er zusammen mit dem Sängerbund eine Freiluftveranstaltung auf der Rathauswiese. Neben den steigenden Aufgaben und damit auch dem Ansehen im Dorf, legte der Hoofe Ende der 70er/Anfang der 80er den Grundstein für den Fortbestand in die heutige Zeit: Der Hoofe erhielt Nachwuchs.


 

Aufs und Abs

Nach einem gelungenen 10. Geburtstag, der beim Hoofe mit dem 2. Dreigestirn gefeiert wurde, folgte die zweite Dekade des Hoofe einer Achterbahnfahrt. Die herausragenden Punkte dieser Zeit waren sicherlich die ersten Vorstellabende, die aus einem realen, meteorologischen Tief entstanden. Das bisher sehr erfolgreiche Marktplatzfest fiel ins sprichwörtliche Wasser. Die Mitglieder des Hoofe – mit viel Herzblut bei der Organisation dabei – benötigten eine neue Veranstaltung. Und zwar drinnen. Mit viel Aufwand und Unterstützung des Verbands Bonner Karnevalisten entstand eine Veranstaltung, die später als Ochsenball über die Grenzen Sieglars bekannt wurde. Bereits seit der zweiten Veranstaltung stellte der Ortsring aus Anerkennung seine Karnevalsregenten dort vor.

Als weiteres Hoch für das rheinische Brauchtum kann der Orden von 1988 angesehen werden. Pünktlich zum 75jährigen Bestehen des Ostermann-Klassikers „Villa Billa“ entwarf man im Hoofe einen Orden mit alten Ostermann-Liedern. Gefolgt wurde dieses Hoch wieder von zwei Rückschlägen: Die Rosenmontagzüge 1990 und 1991 mit dem dritten Dreigestirn fielen aus. Erster durch den Sturm Vivivan, zweiter durch den Irakkrieg. Der Hoofe – mit der Prämisse angetreten jedes Jahr einen Wagen zu fertigen – stampfte den Wagen von 1990 ein, dieser hat zwar den Marktplatz erreicht, ist aber nie Rosenmontag gefahren.

Aller guten Dinge sind drei, der Wagen, der für 1991 geplant war, sollte im Rosenmontagszug 1992 dank der Unterstellmöglichkeit bei Familie Esser DAS Highlight des bisherigen Hoofe werden. Ein Drache, das Wappentier von Sieglar, in Lebensgröße mit beweglichen Augen und Maul, aus dem er zudem noch Rauch spie, zierte den Rosenmontagswagen.


 

Der Hoofe wächst

Zum zwanzigjährigen Geburtstag übernahm der Hoofe nicht wie vor zehn Jahren das Dreigestirn des Ortes. Vielmehr lies er sich als Vereinsgemeinschaft feiern. Hierzu lud er die Vereines des Ortsrings sowie die zahlreichen Unterstützer zu einer Feier in der Küz ein. Weitere Geschenke in Form einer Clubfahne sowie einer riesigen Karnevalsmütze als Wagen im Rosenmontag folgten. Die weiteren Wagen im Rosenmontag waren eher wieder politisch geprägt. Neben dem Rathaus, das sich gegen die eigene Sprengung wehrte, zeigte der Hoofe Motive zu den Themen Besteuerung, Kaiserbau, Klonen und (T)Euro.

Der Nachwuchs des Hoofe stellte ab 1997 eine eigene Jugendgruppe zusammen, welche im selben Jahr als Fußgruppe mit Mottowagen am Rosenmontagszug teilnahm. Natürlich blieb es hierbei nicht nur bei der eigenen Jugend. In den Folgejahren wuchs die Jugendgruppe auf zwanzig Personen, von denen heute immer noch viele Mitglieder im „großen“ Hoofe sind.

Ein Dreigestirn durfte in der Zeit natürlich auch nicht fehlen und somit wurden Prinz Johannes, Bauer Peter und Jungfrau Dietlinde im November 1999 die ersten Hoofemitglieder, die auf einem Ochsenball, der seit 1992 diesen Namen trägt, vorgestellt wurden. Auch führten sie die Neuerung ein, dass der Hoofe zum Dreigestirn ein Lied einspielt. 1999/2000 war dies eine Abwandlung von „Hey Kölle“ der Höhner.

 

Umbruch im Hoofe

Nach einem Festkommers zum 30. Geburtstag in der Küz für Gönner und Wegbegleiter, feierte der „Hoofe volle Lööre“ sich mal wieder mit einem Dreigestirn. Karl-Ludwig, dessen erste Regentschaft dem Krieg im Irak zum Opfer fiel, wurde nach Karl-Ludwig I. nun also Karl-Ludwig II. Er wünschte sich als Kostüm die „Kölschen Originale“ und so trat der Hoofe – mittlerweile mit der Jugendgruppe vereint – als Hänneschen, Bärbelchen, Tünnes und Schääl die Gefolgschaft an. Das Mottolied von 2006 „Rut un wiess – wie lieb ich dich“ ist mittlerweile zur Nationalhymne des Hoofe geworden und wird auf nahezu allen Veranstaltungen gespielt. Und die erstmals 2006 ins Leben gerufene Veranstaltung für alle ehemaligen Tollitäten fand 2015 bereits zum sechsten Mal statt.

Eine weitere Neuerung – nach der Reaktivierung eines alten Prinzen – wurde die Reaktivierung eines alten Wagens. Der Hoofe zog 2009 zum ersten Mal mit einem „Gebrauchtwagen“ durch den Ort. Die Zeit, die durch die Nutzung des Wagens von 2008 entstand, wurde jedoch sinnvoll genutzt. Dieter Burger und Karl-Ludwig Kessel erstellten eine Übersicht aller Nachkriegs-Tollitäten von Sieglar, welche seither immer aktuell gehalten wird.

Das nunmehr sechste Dreigestirn, wieder mit reaktiviertem Prinz – Hanno II. – folgte 2013 und wurde erstmals adjustiert durch Mitglieder der zweiten Generation: Jan Laufenberg und Jens Kessel. Mottolied war das ebenfalls noch gerne gesungene: Hätz für Loor. Leider musste der Hoofe im Nachgang der Session 2013 den freiwilligen Austritt von 9 Mitgliedern hinnehmen, darunter die Gründungsmitglieder Peter Zündorf und Johannes Emmerich. Beide bleiben aber dem Karneval in Loor weiter verbunden.

Nachdem Mitglieder des ehemaligen Nachwuchses bereits im Dreigestirn zwei Adjutanten stellten, wurden sie ab 2013 auch in den Vorstand aufgenommen wo sie mehr und mehr Aufgaben übernehmen sollen. Der Hoofe, mit seinen aktuell 50 Mitgliedern, blickt voller Stolz auf das Erreichte und mit Zuversicht in die Zukunft.